Ausgabe vom 01.10.2026
Von der Tourismusforschung gesammelte Highlights der letzten Wochen aus Forschungssicht

News aus der Tourismusforschung

Diesmal mit dabei: der T-MONA Insight-Bericht zu Nebensaisonen 2025, das aktuelle UN World Tourism Barometerund vieles mehr.

 

Tourismusforschung & Data Analytics
T-MONA: Nebensaisonen in 2025

In diesem ausführlichen T-MONA Insight-Bericht gehen wir auf das Gästeverhalten und die Gästeeinstellung von Österreich-Urlauber:innen in der Nebensaison ein.

Was unterscheidet Gäste in der Nebensaison von jenen in der Hauptsaison?
Wie haben diese Gäste ihren Urlaub in Österreich verbracht?
Welche Aktivitäten und Urlaubsarten sind bei ihnen besonders beliebt, in welchen Unterkünften übernachten sie?

Beispielerkenntnisse:

  • Die Nebensaison ist kein „abgeschwächter Sommer", sondern ein eigenständiges, hochwertiges Segment.

  • Der typische Frühlings-/Herbstgast ist älter (Ø ~53, 55+ rund die Hälfte), gebildet und kaufkräftig.

  • In der Nebensaison reist man als Paar oder allein – nicht als Familie.

  • Die Gäste bleiben kurz, wohnen im 4-Sterne-Hotel und geben pro Tag mehr aus als der Sommergast.

International
Precedence Research: Weltmarkt für Radtourismus soll bis 2035 auf 366,8 Mrd. USD wachsen

Laut einer Marktanalyse von Precedence Research wurde der globale Radtourismusmarkt 2025 auf 152,51 Mrd. USD geschätzt. Für 2026 wird ein Volumen von 166,70 Mrd. USD erwartet, bis 2035 soll der Markt auf rund 366,80 Mrd. USD anwachsen – das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 9,17 % im Zeitraum 2026 bis 2035. Europa war 2025 mit einem Marktanteil von 40 % die größte Region; der europäische Markt wird für 2025 mit 61,00 Mrd. USD beziffert und soll bis 2035 rund 146,73 Mrd. USD erreichen. Deutschland, die Niederlande, Dänemark und Belgien zählen laut Studie zu den wichtigsten Quellmärkten. Als am schnellsten wachsende Region gilt Asien-Pazifik. Nach Reiseform entfiel 2025 der größte Anteil auf Gruppenreisende, nach Alter auf die 31- bis 50-Jährigen; beim Vertrieb dominierte die Buchung über Unternehmenswebsites. Als Wachstumstreiber nennt die Analyse die steigende Nachfrage nach umweltfreundlichem Reisen, Abenteuer- und Erlebnistourismus, ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein, die Verbreitung von E-Bikes sowie Investitionen in Radinfrastruktur. E-Bikes würden längere Tagesetappen und Steigungen erleichtern und damit zusätzliche Destinationen zugänglich machen. Digitale Technologien wie GPS-Tracking, digitale Karten und Navigations-Apps verbesserten Orientierung und Sicherheit. Als Hemmnisse werden Sicherheitsbedenken sowie unzureichende Infrastruktur, etwa fehlende Radwege, genannt. Chancen sieht die Studie in digitaler Innovation sowie in Kooperationen mit lokalen Betrieben und kulinarischen bzw. kulturellen Angeboten entlang von Radrouten.

WTTC: Global Trends Report – Tourismus erzielt 2025 Rekordbeitrag von 11,6 Bio. USD zum globalen BIP

Die aktuelle Economic Impact Research (EIR) des World Travel & Tourism Council (WTTC) zeigt, dass der Reise- und Tourismussektor 2025 11,6 Billionen USD zum globalen BIP beitrug. Das entspricht 9,8 % der Weltwirtschaft. Der Sektor wuchs um 4,1 % und damit deutlich stärker als die Gesamtwirtschaft (+2,8 %). Weltweit hingen 366 Mio. Arbeitsplätze am Tourismus; zudem entfiel jeder dritte neu geschaffene Job – über alle Branchen hinweg – auf den Sektor. Die internationalen Ankünfte erreichten mit 1,54 Mrd. einen neuen Rekord, das entspricht 4,2 Mio. Grenzübertritten pro Tag. Die internationalen Besucherausgaben beliefen sich auf 2,0 Billionen USD und übertrafen damit erstmals den Höchstwert vor der Pandemie. Am stärksten wuchs Asien-Pazifik: Das Tourismus-BIP stieg dort um 8,1 % auf 3,3 Billionen USD, getragen u. a. von Maßnahmen für sicheres und reibungsloses Reisen, moderner Infrastruktur, Visaerleichterungen und Biometrie. Es folgten der Nahe Osten (+5,3 %), Afrika (+5,0 %), Zentral- und Südamerika sowie die Karibik (+3,1 %), Europa (+2,6 %) und Nordamerika (+1,0 %). Für 2026 sieht der WTTC neue Herausforderungen, insbesondere durch den Nahost-Konflikt, der Lufträume beeinträchtigt und Reiseströme reduziert; die Region wickelt als globales Drehkreuz rund 14 % aller internationalen Passagiere ab – etwa jeden siebten Reisenden. Regierungen und Branche müssten daher das Vertrauen der Reisenden schützen, Konnektivität sichern und Produkte sowie Quellmärkte diversifizieren. Global soll das Tourismus-BIP 2026 um 3,2 % wachsen – erneut stärker als die Gesamtwirtschaft mit prognostizierten 2,4 % – und einen neuen Rekordwert von 12,0 Billionen USD erreichen. Zwischen 2026 und 2036 wird ein jährliches Wachstum von 3,6 % erwartet; bis 2036 soll der Beitrag des Sektors auf 17,1 Billionen USD bzw. 11 % der Weltwirtschaft steigen und zusätzlich 88,7 Mio. Arbeitsplätze schaffen. Als Hemmnisse nennt der WTTC Arbeitskräftemangel, Qualifikationslücken und fehlende Visa für die Mobilität von Arbeitskräften. Länder, die den Tourismus als strategische Priorität behandeln, investitionsfreundliche Rahmenbedingungen schaffen und die Konnektivität stärken, verschaffen sich laut WTTC einen Wettbewerbsvorteil.

UN Tourism: Internationale Ankünfte im 1. Halbjahr 2026 nur +0,4 % – Jahresprognose gesenkt

Laut dem aktuellen World Tourism Barometer (September 2026) von UN Tourism reisten zwischen Jänner und Juni 2026 weltweit rund 690 Mio. Menschen international – etwa 3 Mio. bzw. 0,4 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Nach einem Plus von 2 % im ersten Quartal gingen die Ankünfte im zweiten Quartal um 1 % zurück, nachdem sie im April um 3 % gesunken waren. Als Gründe nennt UN Tourism den Kalendereffekt durch den Osterbeginn im März sowie die Auswirkungen des Nahost-Konflikts. Im Juni sanken die Ankünfte weltweit um 3 %, getrieben durch ein Minus von 6 % in Westeuropa, teils bedingt durch Hitzewellen. Regional verzeichneten Afrika (+4 %) und Europa (+3 %) das stärkste Wachstum, gefolgt von Amerika (+2 %). Asien-Pazifik legte um 1 % zu, lag aber weiterhin 11 % unter dem Niveau von 2019. Der Nahe Osten verbuchte als direkt betroffene Region einen Rückgang von 22 %. Nach der Ankündigung eines Waffenstillstands entspannte sich der Flugverkehr im Mai und Juni allmählich. UN Tourism erwartet für 2026 nun ein Wachstum der internationalen Ankünfte von 1 % bis 2 %, nach einer Prognose von 3 % bis 4 % im Jänner. Die tatsächliche Entwicklung hänge von der Dauer des Konflikts sowie von dessen Auswirkungen auf Ölpreise und Inflation ab. Reisende dürften weiterhin auf Preis-Leistung achten und vermehrt näher gelegene oder inländische Ziele wählen. Zum Vergleich: 2025 wurden weltweit 1,52 Mrd. internationale Ankünfte verzeichnet (+4 %).

WEF: Travel & Tourism Development Index 2026 – Rahmenbedingungen so gut wie seit 2019 nicht mehr

Das World Economic Forum hat gemeinsam mit der Zurich Insurance Group die zehnte Ausgabe des Travel & Tourism Development Index (TTDI) veröffentlicht. Der Index misst nicht die touristische Performance wie Ankünfte oder Umsätze, sondern die Rahmenbedingungen und Politiken, die eine nachhaltige und resiliente Tourismusentwicklung ermöglichen; die Ausgabe 2026 umfasst 110 Volkswirtschaften, 17 Säulen und 102 Indikatoren. 101 der 110 Länder (92 %) konnten ihren Wert gegenüber 2024 verbessern, der Durchschnittswert stieg um 2,1 % – der stärkste Anstieg seit 2019. Treiber waren vor allem kulturelle Ressourcen, touristische Infrastruktur und Dienstleistungen sowie Flugkonnektivität und Geschäftsreisen. An der Spitze liegt Japan, gefolgt von den USA, Spanien, Australien und Frankreich; fortgeschrittene Volkswirtschaften belegen neun der zehn Top-Plätze. Gleichzeitig zeigt der Index wachsende Herausforderungen: Zwischen 2024 und 2026 wurde Reisen in drei von vier Volkswirtschaften weniger leistbar, Investitionen hielten mit der steigenden Nachfrage nicht Schritt, und Arbeitskräftemangel bremst weiteres Wachstum. Auch der Nutzen für lokale Gemeinschaften schwächte sich ab – mehr Gäste führen laut WEF nicht automatisch zu besseren Einkommen oder hochwertigeren Jobs, insbesondere in stark saisonalen Destinationen. Belastungen durch Crowding und Besucherkonzentration liegen weiterhin über dem Vorkrisenniveau. Aufstrebende Tourismusländer holen auf: Die größten Schwellenländer haben ihre Werte seit 2019 mehr als doppelt so schnell verbessert wie die Top 20, sieben der zehn größten Aufsteiger stammen aus dem Asien-Pazifik-Raum; den größten Sprung machte Albanien. Resilienz gegenüber Klima-, Wirtschafts- und geopolitischen Risiken wird laut Bericht zunehmend zum Wettbewerbsvorteil. Der Bericht verweist zudem auf rund 1,5 Mrd. internationale Ankünfte 2025 und einen Gesamtbeitrag des Tourismus zur Weltwirtschaft von 11,6 Billionen USD.

Eurostat: Rekord-Halbjahr mit 1,3 Mrd. Nächtigungen in der EU

Im zweiten Quartal 2026 wurden in den Beherbergungsbetrieben der EU 849,8 Mio. Nächtigungen verzeichnet, um 9,9 Mio. bzw. 1,2 % mehr als im Vorjahresquartal. Jede dritte Nächtigung entfiel auf Italien (148 Mio.) oder Spanien (142 Mio.). In absoluten Zahlen legten Italien (+5,5 Mio.), Frankreich (+2,0 Mio.) und Polen (+1,3 Mio.) am stärksten zu, Deutschland verzeichnete den größten Rückgang (−1,0 Mio.). Wachstum gab es in 18 der 27 EU-Staaten; die höchsten Zuwachsraten erzielten Litauen (+9,8 %), Malta (+9,0 %), Irland (+5,7 %) und Polen (+5,0 %). Die Nächtigungen internationaler Gäste stiegen um 1,8 % auf 425,4 Mio., jene inländischer Gäste um 0,6 % auf 424,4 Mio.; drei von vier zusätzlichen Nächtigungen entfielen damit auf ausländische Gäste. Mehr als die Hälfte der internationalen Nächtigungen wurde in Spanien, Italien und Griechenland gezählt. Nach Unterkunftsart wuchs die Hotellerie um 0,9 % (Anteil 61,6 %), Ferienunterkünfte und sonstige Kurzzeitunterkünfte um 2,8 % (Anteil 24,1 %), während Campingplätze stagnierten. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in der EU 1,3 Mrd. Nächtigungen erfasst – der höchste je gemessene Halbjahreswert und ein Plus von 21,8 Mio. bzw. 1,7 %. Ausländische Gäste verbuchten dabei 645,4 Mio. Nächtigungen (+2,5 %), inländische 675,7 Mio. (+0,9 %). Den größten Beitrag zum Wachstum leisteten Italien (+6,7 Mio.), Spanien (+3,4 Mio.) und Frankreich (+2,6 Mio.); den stärksten Rückgang verzeichnete Zypern (−7,7 %). Detaillierte Jahresdaten für 2025 sollen im Oktober 2026 veröffentlicht werden.

Reise vor9: EU stellt neue Regeln für Ferienwohnungen in Städten vor

Mit dem am 9. September vorgestellten „Affordable Housing Plan“ will die EU-Kommission den Druck auf angespannte Wohnungsmärkte verringern. Der Plan beruht auf vier Säulen: mehr Wohnungsbau, zusätzliche Investitionen, kurzfristige Entlastung mit strukturellen Reformen sowie Schutz besonders betroffener Gruppen. Für den Tourismus besonders relevant ist eine geplante gesetzliche Initiative zu Kurzzeitvermietungen, Zweitwohnungen und Leerstand. Nach Ansicht der Kommission können dauerhaft als Ferienunterkunft genutzte Wohnungen das Angebot verknappen und die Preise treiben; ein europäischer Rechtsrahmen soll Städten mehr Rechtssicherheit geben, wenn sie dagegen vorgehen. Städte könnten Gebiete als angespannte Wohnungsmärkte ausweisen, wenn Wohnungen dort im Schnitt mindestens das Achtfache des verfügbaren Pro-Kopf-Jahreseinkommens kosten, sich dieses Verhältnis über zehn Jahre verschlechtert hat und der Druck voraussichtlich weitere drei Jahre anhält. Wer Kurzzeitvermietungen beschränken will, müsste zudem belegen, dass diese mindestens drei Jahre lang erhebliche negative Auswirkungen auf Verfügbarkeit oder Leistbarkeit von Wohnraum hatten. Die konkreten Instrumente sollen weitgehend den Kommunen überlassen bleiben – etwa Obergrenzen für Vermietungstage, Quoten, Regeln gegen Leerstand oder eine Hauptwohnsitzpflicht; die Maßnahmen müssten räumlich begrenzt und verhältnismäßig sein. Wohnungspolitik bleibe grundsätzlich Sache der Mitgliedstaaten und Kommunen. Wohnungskommissar Dan Jørgensen dämpfte die Erwartungen: Der Vorschlag werde die Wohnungskrise nicht lösen, solle Städten aber Werkzeuge dort geben, wo Wohnraum besonders knapp und teuer ist. Der Deutsche Ferienhausverband warnte davor, Einschränkungen der Kurzzeitvermietung als Ersatz für wirksame Wohnungspolitik zu nutzen, und forderte, beim fehlenden Wohnungsbau anzusetzen.

Travelnews: Die fünf wichtigsten Antworten zum Reisejahr 2026 in der Schweiz

Der Schweizer Reise-Verband (SRV) rechnet für 2026 mit einem Umsatzrückgang der Branche von fünf bis zehn Prozent, nachdem der Umsatz 2025 noch um rund fünf Prozent gewachsen war. Hauptgründe sind geopolitische Spannungen, insbesondere der Iran-Krieg, der Reisen in den Nahen Osten sowie Fernreisen nach Asien und Ozeanien belastete, sowie der heiße Sommer in Europa, der das Last-Minute-Geschäft bremste. Die durchschnittlichen Dossierwerte blieben jedoch stabil oder lagen leicht über dem Vorjahr – bei knapperem Budget reduzieren Schweizerinnen und Schweizer eher die Zahl der Reisen als die Qualität. Bei Badeferien führen Spanien, Griechenland und die Türkei, auf der Fernstrecke Kanada, Thailand und die Malediven. Die Nachfrage nach „Coolcations“ im Norden ist laut SRV innerhalb von fünf Jahren um rund 20 % gestiegen, bleibt volumenmäßig aber deutlich kleiner als jene nach klassischen Badezielen; auch der Balkan gewinnt an Bedeutung. USA-Reisen gingen 2026 um weitere rund 20 % zurück; laut einer Umfrage von Allianz Partners planen 65 % der Befragten derzeit keine USA-Reise (Vorjahr: 53 %). 84 % der Befragten planten 2026 Sommerferien, bei Auslandsreisen liegt die Schweiz mit 61 % fast doppelt so hoch wie der europäische Durchschnitt. Bei der Anreise liegen Auto und Flugzeug 2026 erstmals praktisch gleichauf, nachdem 2023 noch 65 % mit dem Auto und 36 % mit dem Flugzeug reisten. Die Nachfrage nach Premium Economy übersteigt inzwischen deutlich das Angebot der Airlines. Für Herbst 2026 und Winter 2026/27 ziehen die Buchungseingänge wieder an; für 2027 erwartet der SRV mindestens eine Rückkehr auf das Niveau von 2026, möglicherweise mit Nachholeffekt.

PhocusWire: Meta startet KI-Agenten Muse mit Reisebuchungsfunktion

Meta hat Anfang September seinen KI-Agenten Muse lanciert, der unter anderem Reisebuchungen ermöglicht. Flugbuchungen laufen teilweise über den britischen Anbieter Duffel, der per API Zugang zu Live-Reservierungssystemen bietet; Unterkünfte sollen künftig folgen. Alternativ kann Muse direkt über Airline-Websites buchen, wobei Nutzerinnen und Nutzer für Logins oder Freigaben eingebunden werden; auch Vielfliegerdaten können hinterlegt werden. Bei Buchungen über Duffel wird die Buchung unter dessen Agentur ausgestellt, Duffel übernimmt auch den Service nach der Buchung inklusive Flugstatus-Überwachung und 24/7-Support. Bezahlt wird über Stripe Link mit einer einmaligen virtuellen Karte; bei Direktbuchungen sind auch Apple Pay, Google Pay, PayPal oder Shop Pay möglich. Änderungen wie Gepäck, Sitzplätze oder Namenskorrekturen müssen über die Airline erfolgen. Muse ist derzeit in den USA über iOS, Android, muse.ai sowie WhatsApp verfügbar, kostenlos mit Nutzungslimit, und soll künftig in Metas KI-Brillen integriert werden. Branchenexperten bewerten den Schritt unterschiedlich: Magpie-CEO Christian Watts sieht darin potenziell eines der ersten tiefgehenden Agentic-Commerce-Produkte eines großen KI-Unternehmens, da Muse Anfragen verstehen, Live-Optionen vergleichen, buchen und die Buchung anschließend verwalten könne. Mario Gavira (Travelier) und Ira Vouk (AI Hospitality Alliance) halten die Funktionen hingegen nicht für revolutionär, sehen aber Vorteile in Metas großer Nutzerbasis und der Partnerschaft mit Stripe. Kritisch angemerkt werden Metas Datenschutz-Bilanz sowie der bisher ungelöste Zugang zu Hotelverfügbarkeiten und -raten. Gavira erwartet, dass Google und OpenAI rasch nachziehen.

National
Statistik Austria: Urlaubsreisen im 1. Halbjahr 2026 um 1,7 % zurückgegangen

Laut vorläufigen Daten von Statistik Austria unternahm die österreichische Wohnbevölkerung ab 15 Jahren im ersten Halbjahr 2026 11,62 Mio. Urlaubsreisen mit mindestens einer Übernachtung – um 1,7 % weniger als im Vorjahreszeitraum (11,82 Mio.). Nach dem Höchstwert im 1. Halbjahr 2024 ging die Zahl der Urlaubsreisen damit zum zweiten Mal in Folge zurück. Inlands- und Auslandsurlaube sanken gleichermaßen um jeweils 1,7 %. Zudem wurden die Reisen kürzer: Die durchschnittliche Dauer lag bei 4,5 Tagen gegenüber 4,7 Tagen in den beiden Vorjahren. Die Zahl der Geschäftsreisen stieg hingegen um 4,5 % auf 1,80 Mio., vor allem durch mehr Auslandsgeschäftsreisen (+13,8 % auf 0,95 Mio.). Je rund die Hälfte der Urlaubsreisen führte ins Inland (49,7 %) bzw. ins Ausland (50,3 %). Beliebteste Auslandsziele waren Italien (23,7 % der Auslandsurlaubsreisen), Deutschland, Kroatien, Spanien und Ungarn; der Anteil der Fernreisen stieg leicht auf 9,2 %. Im Inland führten die meisten Urlaubsreisen in die Steiermark (21,5 %), nach Salzburg (13,3 %) und Oberösterreich (12,9 %). Der Pkw blieb mit 58,3 % das wichtigste Verkehrsmittel, sein Anteil sank jedoch weiter (1. Halbjahr 2025: 59,7 %). Bei Auslandsurlauben stiegen die Anteile von Flugzeug (38,3 %) und Bahn (11,3 %); bei Inlandsurlauben wurde bei jeder fünften Reise (20,5 %) der Zug genutzt. Die Erhebung basiert auf einer vierteljährlichen Stichprobe von rund 3.500 Personen ab 15 Jahren.

ÖHV: OeNB-Analyse bestätigt – hohe Kosten treiben die Preise im Tourismus

Die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) verweist auf eine aktuelle Analyse der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), wonach stark gestiegene Kosten, strukturelle Produktivitätsnachteile und hohe Qualitätsinvestitionen die Preissteigerungen im Tourismus erklären. Trotz Rekordnächtigungen und höherer Preise lag die reale Wertschöpfung von Beherbergung und Gastronomie 2025 laut Aussendung noch 12 % unter dem Wert von 2019. Die Branche war mit außergewöhnlichen Preissteigerungen bei Löhnen, Energie und Lebensmitteln konfrontiert. Zusätzlich sank die Produktivität zwischen 2019 und 2024 um 6 %, während sie in der Gesamtwirtschaft um 3,5 % stieg. Als strukturelle Ursachen nennt die OeNB die hohe Personalintensität, begrenzte Automatisierungsmöglichkeiten, eingeschränkte Digitalisierungsinvestitionen kleiner und saisonaler Familienbetriebe sowie Teilzeit, Saisonarbeit und Arbeitskräftemangel. Als dritten Faktor nennt die OeNB den Strukturwandel: Die Zahl der 4- und 5-Sterne-Hotels ist seit 2019 um über 5 % gestiegen, jene der 1- bis 3-Sterne-Hotels um 12 % gesunken. Die ÖHV sieht damit Ergebnisse des Deloitte-ÖHV-Tourismusbarometers 2026 bestätigt: 63 % der Betriebe meldeten rückläufige Nebenausgaben der Gäste, jedes zweite Hotel eine schwächere Gewinn- als Umsatzentwicklung. ÖHV-Präsident Walter Veit fordert, Qualitätsverbesserungen in der Inflationsstatistik sauber von Preissteigerungen zu trennen. Konkret verlangt die ÖHV eine Senkung der Lohnnebenkosten und Steuern auf Arbeit – Personalkosten machen in der Qualitätshotellerie bis zu 45 % der Ausgaben aus. Weiters fordert sie, Förderinstrumente stärker auf Digitalisierung, Automatisierung, Energieeffizienz und Mitarbeiterunterkünfte auszurichten, auf zusätzliche Abgaben und höhere Ortstaxen zu verzichten und Bürokratie abzubauen.

ÖHV: Volle Betten, hohe Kosten – mit besserer Preisgestaltung und Vertrieb zu mehr Ertrag

Steigende Kosten und kurzfristige Buchungen stellen Hotels vor Herausforderungen, betont die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV). Laut Christoph Taussig, Leiter des ÖHV-Campus, verschenken Hotels, die Zimmer zu starren Saisonpreisen und nach Bauchgefühl verkaufen, in großem Stil Geld – was sich angesichts des starken Kostenanstiegs der vergangenen Jahre kaum ein Betrieb mehr leisten könne. Als zentralen Hebel für mehr Wirtschaftlichkeit nennt er dynamisches Pricing, dem man sich schrittweise annähern könne. Der erste Schritt sei, Preise für das Jahr oder einzelne Saisonen nicht starr festzulegen, um flexibel auf Nachfrage und Auslastung reagieren zu können. Die meisten Hotels arbeiteten bereits mit unterschiedlichen Preisen für Sommer, Winter und Nebensaison; diese zeitnah an der konkreten Nachfrage auszurichten, sei der nächste logische Schritt. Als oft unterschätzten Hebel nennt die ÖHV Stornobedingungen: Mehr Flexibilität habe für Gäste einen Wert, für den sie zu zahlen bereit seien. Der ÖHV-Lehrgang „Preisgestaltung & Vertrieb“ vermittelt Grundlagen zu fixen und variablen Kosten, Nachfragespitzen und -lücken sowie zum Management von Zielgruppen, Buchungskanälen und Bewertungen. Im Fokus stehen konkrete Werkzeuge zur Kostenanalyse, der Umgang mit steigender und sinkender Nachfrage sowie die Stärkung des Direktvertriebs zur Senkung der Vertriebskosten. Das erste viertägige Modul startet am 13. Oktober 2026 in Bad Aussee, das zweite findet von 10. bis 13. November 2026 in Mittersill statt. Der ÖHV-Campus ist laut Aussendung Österreichs einziges ISO-zertifiziertes touristisches Weiterbildungsinstitut.

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